Das Ende
Es ist dunkel. Hier existiert nichts, kein Lichtstrahl und kein Geräusch. Alles was dir hier bleibt ist die Dunkelheit. Immer enger umschließt dich die Einsamkeit. Sie Schnurrt dir die Luft ab und gefriert dein Herz. Du wirst das Gefühl nicht los, dass die Dunkelheit nie verschwinden wird. Du weißt irgendwann wird sie uns verschlingen und vernichten. Es ist nur eine Frage der Zeit. Unaufhörlich fließen die Tränen. Warum und für wen? Warum weinen wir? Wo unsere Tränen doch nur unbemerkt verschwinden. Gibt es überhaupt noch etwas, um das wir weinen können. Haben wir die Menschen, die uns so viel bedeutet haben, nicht bereits verloren? Waren sie nicht schon von Anfang an verloren? Um wen weinen wir, wenn doch alle Hoffnung verloren ist und kein Lichtstahl die Dunkelheit vertreibt? Warum sollten wir auch hoffen? Es gibt nichts mehr auf das wir hoffen können. Es ist bereits alles verloren. Eigentlich haben wir nie irgendetwas besäßen. Es war nie wirklich greifbar. Trotzdem haben wir es immer wieder versucht es zu erreichen. Warum? Wir hätten von anfang an wissen müssen, dass es keine Hoffnung gibt. Doch wir greifen nach jedem Strohhalm so klein er auch sein mag. Unsere Herzen sind längst leer und ausgebrannt und schon bald können wir nicht einmal mehr weinen. Ist es dann vorbei? Vielleicht liegen die Antworten vor uns. Wir bräuchten nur die Augen zu öffnen. Doch die Angst die Augen zu öffnen wächst, die Angst vor dem was wir sehen werden. Denn wenn du es einmal gesehen hast, dann brennt es sich in unser Gedächtnis und wir werden es nie wieder vergessen können. Es wird uns verfolgen, nie wieder loslassen. Wir könnten nicht mehr behaupten, dass es nur ein Traum war. Wir könnten nicht sagen wir waren unschuldig. Denn die Wahrheit wäre viel zu grausam. Die Schuld zu groß um sie zu ertragen. Wir wissen genau was wir sehen werden, aber noch ist es nichts als eine Vermutung, ein böser Traum. Verzweifelt suchen wir nach einem Ausweg. Die Panik steigt in uns hoch. Denn keine Lüge kann uns vor der Wahrheit noch verstecken. Es gibt keinen Ausweg mehr. Wir müssen uns der Wahrheit stellen. Wir müssen die Schuld tragen, wir müssen den Verlust und die Schmerzen ertragen. Wir können es nicht mehr verdrängen, vergessen und weiter machen wie bisher. Denn es gibt nichts mehr. Uns erwarten nur Schutt und Asche, eine zerstörte Welt. Ganz langsam öffnen wir unsere Augen. Mit dem Wissen, dass wir uns damit zerstören. Unsere Augen sind offen, doch was wir sehen ist nur die Dunkelheit und alles was uns bleibt ist die Gewissheit, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Die Einsamkeit schließt sich fester um uns, droht uns zu verschlingen. Sie wird uns früher oder später zerstören. Viel zu spät haben wir erkannt, was wirklich zählt. Doch im Grunde ist es egal, denn wir hatten nie eine Chance. Wir hätten es wissen müssen. Ja, wir wissen es. Wir wissen das uns niemand hören wird, denn es gibt niemanden mehr. Wir sind ganz allein ohne jeglichen halt, ohne Wünsche und Träume. Alles würde zerstört. Wir haben es zerstört und doch würden wir es immer wieder tun. Es würde sich nichts verändern selbst wenn wir die Zukunft kennen würden. Niemand wird uns hören. Trotzdem fangen wir an zu rufen, dann zu schreien bis unsere Stimme versagt…
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